26. January 2021

Das Damokles-Schwert eines in der Geschichte vermittelten strafenden Gottes
führte dazu, dass tief in uns drin ständig Misstrauen lauert.
Gänzliches Anvertrauen ist nun nicht das Resultat eines naiven
Glaubenwollens, sondern darf erwachsen in kompletter Infragestellung von
allem.

25. January 2021

Religiösen Wurzeln sind die tiefgreifendsten des kollektiven
Unterbewusstseins und stellen starke Prägungen dar.
Man lebt mit einer monströsen richterlichen Instanz im Bunde… tiefe
eingeprägte Bilder der eigenen Erfahrungs-Welt. Sie wurden vermittelt –
aber ich habe sie angenommen und habe ihnen dadurch grosse Macht verliehen.
Diese Übernahme einer Eigenverantwortung schenkt neu gewonnene Freiheit.

24. January 2021

Die verschwommene Unterscheidung zwischen meinem Ich und dem Über-ich
führte in die Unfreiheit. Angst trübt die Trennschärfe.
Man kann sich lange Zeit spirituelle Lehren anhören, Weisheiten aufnehmen
und davon begeistert sein. Der Geist mag sogar zustimmen Aber wenn die
Angst auftaucht, vergisst man innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde
alles, was man über Jahre oder Jahrzehnte und sich angeeignet hat. Ein
Moment von Überlebensangst und alles ist weg. Alles, was klar war, ist
innerhalb eines Momentes abgestiegen, diffamiert im Sumpf der dumpfen
Angst.
Vergessen geht so schnell….
Deshalb ist es notwendig, die innere Forschungsreise vom Ausgangspunkt
einer Seelenerkenntnis beginnen, wohin die Angststrukturen keinen Zugang
mehr haben.

23. January 2021

Man leidet am Gefühl von Mangel.
Es ist das Gefühl, nicht geliebt zu sein. Nicht gesehen zu sein.
Es ist schmerzhaft, ständig in einem Loch zu leben, welches gar nie gefüllt
werden kann.
Das, was die Menschen in der Welt „ihr Leben“ nennen, ist eigentlich
Lochfüllung, der Versuch, den Mangel zu beheben.
Der innere Weg lädt ein, den Versuch einzustellen, einen inneren Mangel
überhaupt füllen zu wollen. Einfach still weitergehen.

22. January 2021

Erst erzeugt man im Geist künstlich das Gefühl des Mangels, erlebt dann den
Schmerz darin, und hat dann Angst vor dem Schmerz. Die Furcht, ganz in ihm
zu versinken, bewirkt den Fluchtimpuls vor ihm. Im Unbewussten beginnt die
Angststruktur sich erst recht festzusetzen.
Was war die Wurzel? Es ist eine denkwürdige Kette von Prozessen, die der
eigene Geist da in die Wege leitet. Das Gefühl, künstlichem Mangels darf
gelassen werden.
Als Seele lebt man immer unbedroht, aufgehoben vom Allgegenwärtigen. Gott
als liebevollen Besitzer von allem anzunehmen, wächst hin zum Vertrauen,
dass er der wirkliche Erhalter von einem ist.

21. January 2021

Man eignet sich Wissen der Weisheitslehren an und verkennt, dass es sich
nun um Wissen aus zweiter Hand handelt. Und schon taucht spirituelle
Arroganz auf, die glaubt, Dinge besser zu erkennen und wissen wie andere.
Das ist die Einbahnstrasse der Auseinandersetzung mit Spiritualität. Der
eigentliche Weg führt immer in die Demut und in die Minderung von
Überhebung.

20. January 2021

Mangelnde Treue zum Selbst zeigt sich in Wankelmut und in Halbherzigkeit
dem inneren Weg gegenüber.
Ich erzeuge Unglück und Unwissenheit aktiv selber. Da ist eine rastlos
betriebsame Tendenz im eigenen Geist, die erst versucht, Kontrolle über die
Umstände zu gewinnen und in der Enttäuschung danach sich selber abwertet
und den Glauben vertritt, man sei es nicht wert, glücklich zu sein.
Jenseits von Überhebung und Abwertung ist Ganzheit als Seele.

18. January 2021

Nicht mehr will ich erwarten, dass man mir vertraut – ich will einfach
vertrauen.
Ich muss nicht geliebt werden – ich will einfach lieben.
Ich möchte nicht mehr anerkannt werden – ich will einfach anerkennen.
Ich möchte nicht mehr gewertschätzt werden – ich will einfach nur
wertschätzen.
Ich will aufhören, mir krampfhaft nur wert anzueignen – denn ich bin immer
wertvoll bei Sri Krishna.
Darin liegt eine stille Glückseligkeit inne.

17. January 2021

Was auch immer einem angeboten wird, die Gottesbeziehung zu ersetzen oder
einen davon abzulenken, mag einem vorübergehend als der leichtere Weg
erscheinen, denn Ersatzbefriedigung hat immer schnellere Erfolge als der
Weg zu Gott.
Wenn Aufrichtigkeit im Herzen erwacht, existieren keine Versuchungen mehr –
dann braucht Krishna die Kompensations-Möglichkeiten nicht mehr anzubieten.