Mo, 22. April 2024

mare krishna rakhe ke, rakhe krishna mare ke….
„Stürzt dich Krishna, schützt dich nichts, schützt dich Krishna, stürzt
dich nichts.“
Wieviel Freiheit von Verkrampfung und was für eine Erleichterung liegt in
dieser Einsicht.

So, 21. April 2024

Lieber Krishna, wenn ich jemandem ein Geschenk mache, habe ich danach kein
Anrecht mehr darauf. Ich aber schenke dir formell die Resultate meiner
Bemühungen, erhebe dann aber wieder Ansprüche auf sie.
Und doch sehnt sich mein Gemüt, einfach nur gebend zu lieben ohne jegliche
Verhaftung und ohne jegliche Gegenerwartungen.

Sa, 20. April 2024

Die Verirrungen des Geistes sind vielfach: erst will er mehr. Wenn er dann
mehr bekommen hat, will er was Besseres, und wenn er dann etwas Besseres
bekommen hat, will er etwas anderes. Vielleicht ist es an der Zeit, zu
fragen, was er denn wirklich will?

Fr, 19. April 2024

Sorgen
Man macht sich Angst mit etwas, von dem man gar nicht weiss, ob es real ist
und werden wird. Man füllt den Raum mit Schreckensbildern und tut so, als
wären sie real. Angstbilder geben sich schnell als real aus. Sie haben eine
Attraktivität, die einem auf rätselhafte Art und Weise anzieht und einen
glauben lassen möchte, dass sie Substanz hätten. Es ist eine Lust zur
Schwere.
Nun darf man in den konstanten Zustand des Nichtwissens zurückkehren und
augenblicklich die Frische und Leichtigkeit erfahren, die dem Leben
zugrunde liegt.

Do, 18. April 2024

Das ich (Identitätsgefühl) ausserhalb des Seelenverständnisses ist nichts
anderes als eine Reihe wechselnder und flüchtiger Empfindungen. Es ist die
Grundlage der Angst.
Wenn man die Identifizierung zurückzieht, weiss man, dass man es nicht
verteidigen muss und auch nicht um seinen Erhalt besorgt zu sein braucht.
Wenn man aufhört, sich abzustrampeln wegen etwas, das in der Wirklichkeit
nicht existiert, fällt das endlose Leiden augenblicklich weg.

Mi, 17. April 2024

Sich einfach wohl fühlen wollen….
Das entspricht der ganz naiven Haltung eines gewöhnlichen lustbetonten
Menschen. Man glaubt noch an das kleine Glück des Wohlfühlens auf Kosten
umfassendster Verdrängung. Man glaubt, es seien erhabene Lebensmomente,
dabei ist es nur die illusionäre Freude eines Schlafenden.
Aus der Haltung des Wohlfühlen-Wollens entspringt nie Erkenntnis, sondern
nur seichtes und verflachtes Leben… das gemütliche Elend.

Di, 16. April 2024

Wenn du Wasser kochst, verwandelt es sich vom flüssigen in den gasförmigen
Zustand. Niemand weint oder beklagt dabei, dass das Wasser nun nicht mehr
hier sei.
Genauso wechseln auch die Aggregatzustände der gesamten materiellen Natur –
denn diese ist in keinem einzigen Moment stabil. Wir dürfen ebenso
distanziert ihrem Wandel zuschauen, ohne uns emotionell daran einzubinden,
wie wir der Verdampfung des Wassers beiwohnen. Gefühle und Emotionen sind
nicht dafür bestimmt, sie nur reaktionär als Kommentierung des
unveränderlichen Geschehens zu verschwenden, sondern sie hinbezogen auf Sri
Krishna erblühen zu lassen.

Mo, 15. April 2024

Der Glaube an Gott ist die Gewissheit, dass unser Ursprung in ihm ist, dass
wir in unserem irdischen Leben von ihm umgeben sind wie ein Fisch von
Wasser und dass der Grund meiner Existenz mein freiwilliges Einlassen auf
die Liebesbeziehung mit ihm darstellt.

So, 14. April 2024

Wir tragen in uns eine gesicherte Ahnung, dass diese Welt und dieses Leben,
das wir jetzt gerade leben, nicht das Letztendliche darstellen. Wir haben
eine Sehnsucht in uns, die uns konstant wie ein Kompass sagt, dass unser
Lebensweg mit seinen Beschwerlichkeiten und dem lauernden Tod nur ein
Heimweg zu Gott ist. Wir spüren in der Tiefe unserer Seele, dass wir selber
ewig unvergänglich sind und dass wir in diesem auf Raum und Zeit begrenzten
Universum nur Durchwanderer, also Pilger sind. Etwas in uns sagt uns, dass
unser Zuhause die ewige spirituelle Welt ist und dass wir erwartet sind.

Sa, 13. April 2024

Heidegger spricht von der „soseinsfreien Daseinserkenntnis“.
Daseinserkenntnis ist das Bewusstsein, dass man existiert. Das Wort
„soseinsfrei“ bedeutet die Abwesenheit jeglicher Einschränkung, jeglicher
Grenze und jegliche Begrenzung.
Das ist der Ort, am dem Anbetung geschieht.