12. April 2021

Das Bhagavatam verspricht uns, durch den Pfad der Bhakti Sri Krishna von
Angesicht zu Angesicht zu begegnen – so wie er ist.
Das ist eine unglaubliche Aussage. Gott ist Geheimnis und man kann nur mit
grösster Erschütterung und Erstaunen über ihn sprechen.
Er bleibt der Unfassbare und es ist so wunderbar an ihm, dass er als der
Unbegrenzte an unserer Zuwendung und Liebe nicht nur Interesse hat, sondern
sich sogar danach sehnt.

11. April 2021

Man braucht nun nicht mehr die Negativität zu überwinden versuchen, sondern
akzeptiert die Täterschaft in Form seines Interesses daran, die
Inszenierung des Geistes für wirklich zu halten.
Gewohnheitsmässige Strukturen weden immer wieder auftauchen in Form von
Gedanken, Geschichten, Gefühlen, Wahrnehmungen….
Nun folgt die Schulung der Aufmerksamkeit. Achtsamkeit ist erforderlich, um
die Geschichten nicht mehr zu berühren und sie somit auslaufen zu lassen.
Sie hatten nur scheinbare Wirklichkeit, weil man sie genährt hatte.

10. April 2021

Die Fixierung auf negative Einflüsse in der Umwelt lässt einen als Opfer
derer erscheinen.
Die Opferhaltung ist nie wahr und stellt eine Anhaftung im Geiste dar. Man
hat alles in der Umwelt zu Feinden erklärt – Bakterien, Viren, Bazillen… –
und lebte in ständiger Bedrohung, da sie das Überleben des Körpers in
Frage stellen und man war ihnen hilflos ausgeliefert.
Dieses Spiel, das der Geist treibt, ist das Gegenteil vom Pfad der
Nichtanhaftung, den die Heiligen lehren. Sie fordern auf, die Geschichten
des Geistes nicht mehr zu berühren. Dazu nimmt man sie einen Augenblick
lang vollständig an und lässt sie zerfallen in der Unendlichkeit, die sich
dahinter auftut.

09. April 2021

Maha Mantra, das kontemplative Gebet, ist der Versuch, alle Aktivitäten des
Denkens und alle Beschäftigung mit Plänen, Gefühlen und Emotionen oder
religiösen Bildern mehr und mehr auf das Schauen auf Gott umzustellen.
Wem Gott auch nur einmal einen anfänglichen und flüchtigen Blick auf sein
Wesen geschenkt hat, der ist so sehr von ihm fasziniert, dass er danach nur
noch ihn schauen und bei ihm verweilen will.

08. April 2021

Gibt es in deinem Gebet einerseits Zeiten, in denen du mit Gott persönlich
sprichst und ihm dein Leben offenbarst, ihn bittest und aufrichtig flehst,
bereust und etwas versprichst und in seiner Gegenwart etwas planst und
andererseits Zeiten, in denen du von Gott einfach fasziniert bist, dass du
nur bei ihm verweilen möchtest, ohne etwas zu sagen, zu denken oder zu
bitten? Jedes Wort wäre dir zuviel und würde vielleicht sogar Trennung
schaffen.
Nimmst du den Unterschied zwischen diesen beiden Gebetsarten wahr?

07. April 2021

Es gibt die Erfahrung der vollständigen Erfüllung im kompletten
Nichteintreffen aller eigenen Erwartungen und Vorstellungen, wie das Leben
zu sein hätte. Glaubst du das?
Wenn man alles loslässt und alle innerweltlichen Hoffnungen aufgibt – dann
ist nicht Leere, sondern friedvolles Aufgehobensein in Gott.

06. April 2021

Psychische Aktivität durch Denken und Fühlen, die Beschäftigung mit
religiösen Bildern, Tröstungen, Erwägungen, Unterscheidungen,
Entscheidungen oder Vorsätzen gehört sicherlich zu einem engagierten
Glaubensweg, aber nicht zur Kontemplation.
Denn Besinnungen, Betrachtungen und die Anwendung der Sinne zur Nachfolge
im Glauben richten sich auf die Änderung unseres Selbst, der Aussenwelt und
der Beziehung zu Gott und stellen noch ein Machen dar.
Das innere Gebet ist ein Gebet im Sein bei ihm…
Hare Krishna Hare Krishna…….

04. April 2021

In den innersten stillen Raum zu gehen, bedeutet nicht, die Gefühle zu
verdrängen, denn dann würde man blockiert. Gedanken und Emotionen dürfen
kommen, aber die eigene Aufmerksamkeit ist nicht mehr auf sie hin
gerichtet.
Dadurch wird man die Freiheit erlangen, sich nicht mehr ein langes oder
kurzes Leben zu wünschen, sich nicht mehr vom Erlangen oder Verlieren von
Dingen aufwühlen zu lassen und von Schicksalsschlägen unberührt zu bleiben.
Das ist nicht langweilig, sondern erlaubt erst den Zugang zu essentiellem
Leben.

03. April 2021

Es ist doch erstaunlich, dass Menschen sich wundern, dass jemand
„plötzlich“ wieder von der Bühne abtritt. Das bedeutet, dass sie die
Zeitweiligkeit nicht hundertprozentig akzeptiert haben und leben als Folge
in einem Widerstand gegen den Fluss der Zeit…. das nennt man, Leiden
einzuladen.
Erstaunlich ist doch, dass der Atemzug, den ich gerade ausatmete, wieder
zurückkommt.
In der Lebenseinstellung, dass nichts mehr selbstverständlich ist, pulsiert
unglaubliche Lebendigkeit.