Fr, 12. Juli 2024

Man glaubte als Mensch lange Zeit, dass es die eigene Aufgabe sei, den
Mitwesen, der Welt, der Umgebung, dem Leben und Gott einen Wert
zuzuschreiben, indem man sie be-wertet. Man ist wie besetzt von der Idee,
allem einen Wert anzuheften, da es sonst keinen hätte.
Das Leben hat aber einen Wert in sich und man muss nichts tun, um ihm
aufgesetzt eine Bedeutung zuzuschreiben. Dieser inhärente Wert entsteht
nicht künstlich durch Beruf, Karriere oder innerweltlich erworbene
Scheinsicherheiten, sondern ist gegeben als Existenz meiner ewigen Seele
und ihrer angelegten Beziehung zu Gott.

Do, 11. Juli 2024

Es ist nicht die eigene Aufgabe, die natürlich fliessenden Umstände der
Umgebung zu bewerten – sie abzuwerten oder aufzuwerten und darin Minderwert
und Stolz zu erleben. In der Haltung des Ergebens zu Gott erkennt man den
inhärenten Sinn von allem in allem durchleuchtend und das Zerrbild
abgetrennter Wahrnehmung ist entschwunden.

Mi, 10. Juli 2024

Man kann die Wirksamkeit einer spirituellen Übung nie beurteilen an der
Behaglichkeit, die sie mit sich bringt.
Denn es geht nicht um die erlebte Erleichterung, sondern um das Übergeben
im Vertrauen und letztlich nur um die Freude Gottes.

Di, 09. Juli 2024

Es ist kein schlechtes Zeichen, wenn man überwältigende Glückserfahrungen,
die man einmal hatte im inneren Leben, verliert.
Das Wesentliche ist nicht das sensualistische Erleben, sondern die
unspektakuläre stille Bereitschaft sich Gott zuzumuten und anzuvertrauen –
unabhängig seiner Erwiderung.

Mo, 08. Juli 2024

Eine aufmerksame Seele erkennt, dass ihr Leben ohne die Teilhabe und
Mitbeteiligung am Leben Gottes unvollständig und unvollendet ist.
Daraus wird eine Sehnsucht nach Vervollständigung geboren: Gottesliebe.

So, 07. Juli 2024

„Alle sehnen sich nach anderem, nur nicht nach innerer Freiheit, alle
wollen Sklaven bleiben, nur die Gewänder vertauschen und Ketten wechseln,
niemand sie ablegen.“
Sadananda Swami – ein deutscher Schüler von Bhaktisiddhanta Sarasvati
Thakur – über die spirituelle Bequemlichkeit, sich mit einem gefundenen
religiösen Glauben zufrieden zu geben.

Sa, 06. Juli 2024

In Bhakti geht es nie um das persönliche emotionelle Erleben und seine
Erfahrungswelten, sondern nur um Gott selber.
„Wenn Sie etwa meinten, dass nun als Ergebnis oder als Belohnung des
Dienens etwa Wonne-Erleben folgt, dann vergässen Sie, dass der Bhakta und
noch viel mehr eben die GOPI GANZ MIT DIENEN IDENTISCH SIND und, wie Sie ja
wissen, die Gopi ganz aus Dienen besteht. Prema oder Gottesliebe ist
keineswegs etwas anderes als Dienen. Es ist Dienen auf Grund einer
bestimmten persönlichen Beziehung zu Gott.“
Svami Sadananda, ein deutscher Gaudiya Vaishnava, welcher von
Bhaktisiddhanta Sarasvati Thakur Einweihung erhielt.

Do, 04. Juli 2024

Erst wird die Liaison mit den Einwicklungen unendlicher Geschichten
innerhalb der Wolkendecke der Identifikation mit der äusseren Welt im
Inneren gelöst. Dann werden die Konsequenzen im Aussen gezogen. Aber man
darf nicht den zweiten vor dem ersten Schritt tun. Und auch nicht die
Konsequenzen in der Fantasie – und damit den Wunsch nach einer
grundlegenden Wandlung blockieren – vorwegnehmen bevor man die Liaison mit
dem Phantom im Innern gelöst hat.

Mi, 03. Juli 2024

Loslassen – erst das Kleine, dann das Grosse. Zuletzt Alles.
Wenn wir alles loslassen, jedes Objekt, jede Anhaftung, alles, was wir
jemals festgehalten haben, was uns jedoch nicht gehörte, darf man
entdecken, was bleibt.
Das, was bleibt, ist man selbst.