Sa, 14. Februar 2026

Wir nehmen nur wahr, worauf unsere Aufmerksamkeit gerichtet ist.
Ich kann nur die Welten wahrnehmen, auf die meine Aufmerksamkeit gerichtet
ist. Es gibt existente Wirklichkeitsbereiche, die aber an einem
vorüberziehen, da die eigene Aufmerksamkeit nicht hingelenkt ist. So hat
man aufgrund seiner bisherigen Erlebnis- und Vorstellungswelten immer nur
bestimmte selektive Wahrnehmungsausschnitte zugelassen und hat durch
Absorption ins Bekannte die spirituelle Wirklichkeit ausgeblendet.
In der Seele muss die Verantwortung übernommen werden. Man ist nicht
willkürlich durch die Welten geschickt worden.
Die Einladung der spirituellen Welt taucht vor uns auf als Heiliger Name.
In ihn darf man seine Gewahrsamkeit und Aufmerksamkeit nun ganz bewusst
hinlenken, um den immer schon gegenwärtigen Gott auch in der eigenen
Erfahrung wieder wach werden zu lassen.

Fr, 13. Februar 2026

Was ist das Versprechen, das hinter jedem Wunsch steht? Etwas Grösseres,
Schöneres, was in Zukunft kommen möge. Man will sich mit dem armseligen
Augenblick nicht abgeben. Man glaubt, etwas Besseres zu verdienen.
Das Märchen vom Aschenputtel will man auch als Erwachsener noch leben.
Das Ich strebt immer nach dem Thron und alle Umstände sind ihm nie gut
genug, weil das „ich“ selber nicht von sich aus stehen kann. Es spürt, dass
es einen Mangel in sich trägt. Es ist ein Existenz-Mangel.
Wie kann ein Wesen, das nicht in der Realität gegründet ist, andauernd
erfüllt sein?

Mi, 11. Februar 2026

Demut
Ich bin ein Winzling in einem gigantischen Strom, der durch die Zeiten
fliesst.
In jeder Sekunde entstehen und vergehen zehntausende von Sternen.
Die Bestandteile unseres Körpers bestehen aus der Asche von vielen
Sternengenerationen. Er besteht aus Sternenstaub. Das Universum mit seinem
dramatischen Werden und Vergehen ist in unserem Körper gegenwärtig.

Di, 10. Februar 2026

Das innere Leben ist die Grundlage des unverrückbaren Vertrauens. Darin
erfährt man den Mutterschoss Gottes. Seine zarten Hände, die einfach da
sind, halten einen immer. Was auch immer geschehen mag an der Oberfläche
der sich verändernden Welt – das Ja Gottes zum Menschen ist unumstösslich
da.
Wenn man dies vernimmt, beginnt das geistliche Leben die eigene Antwort
darauf zu formen. Das eigene Ja beginnt zu erklingen. Hier beginnt der
letztliche Heilungsprozess, die wunderbarste Liebesgeschichte.

Mo, 09. Februar 2026

Zerstreuung und Nicht-Gesammeltheit, Zerzaustheit in die Welt, der Zustand
der Seichtheit und Verwässerung – all das ist bereits Leiden. Wenn alle
Bewusstseinskräfte wieder gesammelt sich in einem Punkt verdichten, nennt
man dies die Konzentration. Sie ist bereits Erleichterung. Diese
Einpünktigkeit intensiviert die Lebenskraft. Wenn die Bündelung aller
Aufmerksamkeit auf das letztliche Objekt, das die tief in uns verankerte
Liebe eigentlich suchte, auf Radha und Krishna, gelenkt wird, entfaltet
sich die Liebeskraft der Seele. Das ist der Beginn von Bhakti, dem
Austausch von Liebe in Ewigkeit.

So, 08. Februar 2026

Das, was die Erfahrung unseres Bhajan massgeblich beeinflusst sind unsere
inneren Regungen. Es geht nicht primär um das, was man tut, sondern um das,
was man beabsichtigt.
Und selbst wenn wir in den eigenen Motivationen ganz stetig und rein wären,
so ist dennoch die Erwiderung von Sri Yugal, Radha und Krishna, immer
anders und unerwartet, weil sie gänzlich svatantra, unabhängig, sind. Sie
erwidern nicht proportional zu unseren Regungen und unseren Bemühungen.
Diese Einsicht mindert unser Bemühen nicht, sondern befreit sie von der
Haltung einer Erwartung. So bewertet man den inneren Fortschritt nicht mehr
anhand von gemachten Erfahrungen, sondern verlegt die Gewichtung einfach
nur auf ein grundlos liebendes Dienen.

Sa, 07. Februar 2026

Vermeiden von Introspektion und Innengerichtetheit lässt den Menschen zu
einem Flüchtling werden. Er ist auf der Flucht vor sich Selbst. Auf der
Flucht vor der Leere. Auf der Flucht vor dem Unbekannten. Auf der Flucht
vor dem Glücklichsein. Auf der Flucht vor dem Ende. Auf der Flucht vor der
Erfüllung. Auf der Flucht vor der Wahrheit. Auf der Flucht vor der Liebe.
Erstaunlicherweise auf der Flucht vor Gott.
Das nennt man dann sogar „sein Leben“.
Im Einlassen bliebe doch nur Teilhabe an der Freude, die alles durchdringt,
übrig…

Fr, 06. Februar 2026

Im Zu-Beschäftigt-Sein hat man keinen Raum für die Selbsterforschung und
sieht nicht, dass alle Bedrohungen nur vermeintlich waren und nie das
eigentliche Selbst betrafen. Man glaubte, es ginge um Leben und Tod und
dieser verkrampfte Ernst liess einem die Ewigkeit reinen Seins vernebeln.