Mo, 17. Januar 2022

Was auch immer einem angeboten wird, die Gottesbeziehung zu ersetzen oder
einen davon abzulenken, mag einem vorübergehend als der leichtere Weg
erscheinen, denn Ersatzbefriedigung hat immer schnellere Erfolge als der
Weg zu Gott.
Wenn Aufrichtigkeit im Herzen erwacht, existieren keine Versuchungen mehr –
dann braucht Krishna die Kompensations-Möglichkeiten nicht mehr anzubieten.

So, 16. Januar 2022

Widerstand eingestehen
„Ich bin unfreiwillig auf die Welt gekommen. Dann wurde ich widerwillig
durch den Geburtskanal in die unangenehme Welt hinaus katapultiert.
Widerborstig musste ich dann dieses Leben leben, das ich ja gar nie richtig
wollte… aber was ich vom tiefsten her wirklich wollte, weiss ich auch
nicht.“
Diese Geschichte ist alt und wurde zu oft schon erzählt…. und sie dient
auch als Ausrede.
Die Idee, dass das Kleinkind durch den Geburtskanal in die Welt verstossen
wird ist eine nachträgliche Projektion des Erwachsenen, der sich wehrt,
sich wirklich auf das Leben einzulassen. Es war eine Entscheidung zum
Nichtwollen.

Sa, 15. Januar 2022

Der Wassertropfen gelangt klar und rein aus der Wolke heraus. Auf der Erde
angelangt, vermischt er sich mit ihr und es entsteht Schlamm. Durch
Filterung, kann das Wasser wieder entmischt werden.
Yoga ist der Vorgang, das reine unverfälschte und unvermischte Bewusstsein
der Seele jenseits aller Vermischungen wieder zu erlangen.

Fr, 14. Januar 2022

Du kannst nie genug bekommen von dem, was du nicht wirklich willst.
Die Frage, die ständig vor uns aufleuchtet: wer bin denn derjenige, der
will?
Erst wenn ich weiss, wer ich wirklich bin, weiss ich auch, was ich wirklich
will.
Was ist die Freude der Seele?
Zu lieben und geliebt werden.
Selbst in dieser Welt mag man so viel besitzen, Güter um sich scharen, aber
ohne Liebe erscheint das alles wie ein dekorierter Käfig ohne Substanz für
uns.
Da wir als Seele ewig beständig sind, kann die Liebe, nach der wir uns
effektiv sehnen, auch nur diese Eigenschaft in sich haben: Bhakti,
Gottesliebe.

Do, 13. Januar 2022

Angesichts der allumfassenden Liebe Sri Krishnas, die uns umgibt, dürfen
auf der ganz praktischen Ebene Konsequenzen geschehen:
Rachegelüste dürfen umgewandelt werden in umfassendes Verzeihen, Zorn in
Mitgefühl, Neid in Liebe, Sorge in Zufriedenheit, Arroganz in Demut, Gier
in Grosszügigkeit…
Ich muss nicht mehr an alten Verhaltensformen festhalten im Glauben, dass
ich sie zum Überleben bräuchte oder dass ich sonst zu kurz käme…..ich bin
umgeben von einer Freude, die die bisherige Kleinheit erübrigt.

Mi, 12. Januar 2022

Das Wesen, welches die Beziehung zu Krishna vergessen hat, will alles in
Besitz nehmen, im Glauben, dadurch den fundamentalen Mangel, das innere
Leer-Sein beheben zu können.
„Alles freilassen und nichts gewinnen, aufheben und an sich
binden…Alles verlieren und nichts bekommen…“
Dieser Lehrsatz erscheint dem Anhänger der Haben-Kultur als eine Zumutung.
Die Ich-Rolle an der Oberfläche beschreitet anfänglich den inneren Weg mit
der Vorstellung eines grossen Gewinnes. Es will sich sogar zum anscheinend
grössten Gewinn, der Erleuchtung, aufblähen.
In der Dämmerung des Erwachens erkennt man, dass der eigentliche Pfad eine
andere Richtung hat – nicht die Aufblähung des Ichs in die Ewigkeit hinein,
sondern im Ablegen aller Rollen als nackte Seele Freiheit erfahren.

Di, 11. Januar 2022

Die Haben-Kultur der Identifikationsrolle möchte man auf dem inneren Weg
fortsetzen. Das führt zu Missverständnissen.
Alles, was man gelernt hat über Gewinn und Verlust kehrt sich gänzlich um.
Ein einziger Schritt auf Krishna hin hat mehr Wert als alles Gewinnen und
Verlieren an der Oberfläche.

Mo, 10. Januar 2022

Wenn Menschen auf die Frage, was ihnen am wesentlichsten im Leben sei mit
„Gesundheit“ antworten, ist das das sicherste Anzeichen dafür, sich im
Unwesentlichen verloren zu haben.
Wirkliche Gesundheit ist das Zurücktreten des Ich-Geistes, der alles
manipulieren, kontrollieren und besitzen will und körperliche Gesundheit
als willkommener empfindet als körperlichen Zerfall.

So, 09. Januar 2022

Die moderne Zeit schenkt einem eine Vielzahl von Ablenkungsmöglichkeiten,
um das „Beste“ aus dem Leben zu machen.
Es ist erfüllender und erkenntnisreicher für nur einen einzigen Augenblick
vollkommen wach, enthoben aller Identifikation, zu leben, als viele Jahre
und Jahrzehnte dahinzuvegetieren („das Beste daraus zu machen“) mit einem
Maximum an Vergnügen und einem Minimum an Langeweile.

Sa, 08. Januar 2022

Für das normale Ich ist es eine Überforderung, in Hingabe sich dem Tod
anzuvertrauen.
Doch genau dies kreiert pulsierendes Leben. Nicht ein Leben in der Zeit,
sondern ein Hindurchdringen zur Liebeskraft der Seele, die nur noch Krishna
sucht.