Sonntag, 4. August

Warum wir gehindert werden – Von Meister Eckhardt:

„Nur darum gestattet der getreue Gott, dass seine Freunde oft in Schwachheit fallen, damit ihnen aller äussere Halt abgehe, an den sie sich anlehnen oder auf den sie sich stützen könnten. Denn für einen liebenden Menschen wäre es eine grosse Freude, viele und grosse Dinge zu vollbringen, sei es im Wachen, im Fasten oder in anderen Dingen, in ausserordentlichen grossen und schwierigen Leistungen…
Doch unsere Werke dienen nicht dazu, dass uns Gott immer noch etwas dazugeben solle. Unser Herr will vielmehr, dass seine Freunde loskommen von der Haltung der Selbstbeweisung. Und darum nimmt er ihnen diesen falschen Halt weg (der sich in der Genugtuung erwirkter Taten ergibt, damit allein er ihr einziger Halt sei. Denn er will ihnen Grosses geben. Das will er allein aus seiner freien Güte heraus. So soll allein er ihr Halt und ihr Trost sein. Sie aber sollen an sich nichts anderes denn ein lauteres Nichts finden und erachten, angesichts all der grossen Gaben Gottes.
Denn je entblösster und lediger das Gemüt Gott zuneigt und von ihm dann gehalten wird, desto tiefer wird der Mensch in Gott hineingepflanzt, umso empfänglicher wird er für die wertvollsten Gaben Gottes. Denn allein auf Gott soll der Mensch bauen.“

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