Montag, 26. August

Aus empfundener Not, körperlicher Gebrechen oder auch der Unfähigkeit, die Freude der Welt zu empfinden, formen Religionen schnell eine Tugend und schöne fromme Worte, eine Leidensmystik, tarnen eigentlich eine zutiefst diesseits-feindliche Weltanschauung.
Diese düstere Haltung versteht Siechtum und Leiden als Naturzustand des Menschen. Anstatt sich kreativ mit den gegebenen Umständen auseinanderzusetzen, benutzt die Religion diese Beschwerlichkeit vorschnell als willkommene Indizien für ein wertloses irdisches Leben. Doch jede Form der Dagegenstämmung ist ein Klebstoff der Verknüpfung.
Zudem religiös legitimierte Form der Weltabneigung aufgrund erlebter Enttäuschung in ihr, stellt eine Instrumentalisierung der Religion dar, sich von dieser Welt zu verabschieden, um vor persönlichem Leiden verschont zu bleiben. Deshalb ist die Voraussetzung für Bhakti die Kontaktlosigkeit zum Leiden – unabhängig davon, ob die schwierigen Umstände im Aussen weiterhin noch existieren oder nicht.

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