Montag, 4. November

In der Essens-Darbietung geht es nicht um ein erfülltes Ritual, sondern um die Erinnerung an Radhe-Syam.
„Ich esse nicht zum Zweck, nur dieser Zunge ein paar angenehme Momente zu schenken. Für viele Leben haben mich die Annehmlichkeits-Impulse, der Wunsch nach Objekten, die den jeweiligen Sinnesorganen gerade genehm erscheinen, durch die unterschiedlichsten Lebensformen hindurch geschleppt.
Äusserlich gesehen esse ich, um diesen Körper, den ich Dir geschenkt habe, als dein Instrument zu erhalten.
In der Freude des Essens aber nehme ich Dich wahr. Du bist Ananda-Svarup, die gänzliche Verkörperung aller Glückseligkeit. Ein winziger Widerschein von Dir erscheint in dieser Welt als die Vorstellung des Geistes, dass wir Sinneserfreuung ersehnen. Wenn Sinne mit Sinnesobjekten zusammenkommen, die man im Geist als angenehm taxiert hatte, dann ist genau dieser Impuls dazu der Schimmer Deiner Selbst.
Wenn ich dich in diesen Impulsmomenten (wie dem Essen) wieder wahrzunehmen vermag, lebe ich den eigentlichen Zweck dieser Schöpfung. Du hast die Welten ja nicht erschaffen, nur um dich dahinter zu verstecken, sondern vorallem, damit die Seele die Hinweise nach Dir in ihr wieder erkennt und nun den Pfad der Faszination (Raga-Bhakti) zu Dir hin beschreitet.
Ich lebe von Dir umgeben. Es ist Deine Schöpfung und es ist auch Deine Fähigkeit, mit der ich mich in ihr herumbewege.
All das, was von dir stammt, schenke ich Dir nun wieder… und mich dazu.“

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