Mi, 29. September 2021

Ich halte die Mentalität fest, welche deine Offenbarung, dein Hinzukommen
auf mich, aufhält und entstellt.
Erst der aufrichtige Wunsch, alle Irrtümer zu bereinigen, alle Vorurteile
abzugeben, alle Missverständnisse zu klären und die Bereitschaft zur
Konsequenz davon, eröffnen einen für den Wirbelsturm der Wahrheit, welcher
das Vergangene wegfegt.
„Frei von aller Beschränkung strömt deine Liebe in mich hinein, die alles
ertränkt.“

Di, 28. September 2021

Das wirkliche Selbst ist wie in einem Spinnennetz, einem sonderbaren Kokon
eingeschlossen. Was man als seine Umgebung und auch als „eigenes Dasein und
eigenes Wesen“ betrachtet, sind eigentlich Kette und Teil des subtilen
Gewebes. Eingelullt haben wir uns selbst. Die Verblüffungskunststücke der
maya betrachtet man so plötzlich als völlig real.
Wenn sich dieses endlose schmerzliche Spiel des Blendwerks durch die
Zuwendung zu Gott lichtet, erscheint die Welt, das Leben, das Ich, an das
man sich an der Oberfläche zu seiner Stabilisierung festgeklammert hatte,
so flüchtig und verfliessend wie Wolken und Nebel.

Mo, 27. September 2021

Ich bin durch Tausende von Leben hindurchgegangen. Ich habe unzählige Male
das Altern und den Tod erlitten. Ich war Gras und Strauch, Ranke und Baum;
ich lebte zwischen Vieh und wilden Tieren. Viele Tausende Male bin ich ein
Gelehrter, eine Frau und ein Mann gewesen. Ich kostete von der Seligkeit in
den Himmelswelten, wo man sich fast für unsterblich hielt. Selbst unter den
übermenschlichen Wesen gibt es keines, dessen Form ich nicht schon oft
angenommen hätte.
Auch durch dunkle Welten bin ich gewandelt. Ich war Titan, Kobold, und in
den Körpern verschiedenster Geistwesen. Ich war auch die Verkörperungen der
Elemente und dann auf einmal wieder ein Mensch.
Jedes Mal, wenn der Kosmos sich auflöste, um wieder ins Unmanifestierte zu
gehen, verschwand auch ich. Und wenn das All wieder hervortrat, kehrte auch
ich zum Dasein zurück, um andere Reihen von Wiedergeburten zu durchleben.
Wieder und wieder bin ich den Täuschungen des Daseins zum Opfer gefallen…
Nun reserviere ich dieses eine Leben, um ganz aufzuwachen.

Sa, 25. September 2021

Ich bin wie ein Schiff, welches lange die Geborgenheit des Hafens genossen
hat und jetzt trotz der düsteren Gewitterwolken seine Segel hisst, um ins
grosse Unbekannte zu fahren, unbekannten Gestaden entgegen, neuen
Landstricken zu.
„Krishna, ich bin dein, ohne Einschränkungen und ohne Vorlieben! Mein
ganzes Sein stimmt dir zu in freudigem Einverständnis und ruhiger
Heiterkeit.“
Ich mache mir vor dieser ungewissen Zukunft gar keine Vorstellung und setze
auf das tiefe Vertrauen und nicht mehr auf die kleinlichen Ängste und
Sorgen.

Fr, 24. September 2021

Es gibt keine Hindernisse, die deine Offenbarung verhüllen, entstellen oder
aufzuhalten vermögen. Aber Krishna gesteht mir das Recht auf Unwissenheit
zu, damit ich seine Allpräsenz auszublenden vermag.
Es ist die bedauerliche Begrenzung, nach der man sich sehnt.
Man muss sie aber auch nicht bekämpfen, sondern sich nur aufrichtig an
Krishna wenden – und er entfernt die überflüssige Verhüllung.

Do, 23. September 2021

„Krishna, ergriffen und dankbar nahe ich mich dir.
Du hast mir die ersten Worte des so tief begehrten Wissens gegeben. Damit
ist in meinem Herzen viel angestossen worden.“
Das ist ein Anfang, und erste Glücksgefühle dürfen nicht mit Vollendung
verwechselt werden. Aber sichtbar und gerade öffnet sich vor mir den Weg,
mit jedem Schritt, wie ich ihn begehe.

Di, 21. September 2021

Im Schweigen allen Denkens, wendet sich mein Wesen ohne mein Dazutun,
tiefer als Worte und Gefühlswelten in glühender Sehnsucht an Krishna und
bringt ihm alle Tätigkeiten, all die Elemente, die es umgibt und all die
Seinsweisen, die es durchlebt, einfach ihm dar.

Mo, 20. September 2021

Krishna, ich habe die Schwäche dieser äusserlichen Natur erkannt und
verstanden. Sie ist immer bereit, der Materie nachzugeben und dafür zum
Ausgleich in die höchste geistige spirituelle Unabhängigkeit zu fliehen. Du
aber erwartest von mir das Tätigsein in dieser Welt, was durch eine solche
Haltung verunmöglicht wird.
Ich darf der Schwierigkeit und dem Hindernis nicht ausweichen, auch wenn
man die Fähigkeit hat, in ein höheres Bewusstsein zu entgehen, wo es keine
Hindernisse mehr gibt.
Es ist nötig, allem genau ins Auge zu blicken mit dem tiefen Glauben, dass
du mich in all dem führst und ich keine Notausflüchte benötige. Denn dort,
wo ich Bedrohung wahrnehme, lebe ich nicht in der Wahrheit.